Die Ausbildung eines Blindenführhundes (BFH) ist eine der schwierigsten und umfassendsten Aufgaben im Bereich der Hundeausbildung. Denn anders als bei vielen Formen der Hundeausbildung wird die Arbeit des BFH auf keinem aktuellen hundlichen Instinkt aufgebaut, ja der BFH muss seine Dienste leisten, indem seine ererbten Instinkte unterdrückt werden. Er darf bei der Arbeit nicht jagen, seine Nase gebrauchen oder sich ablenken lassen. Erste Hinweise auf BFH gibt es aus dem 13. Jahrhundert. Doch erst nach dem Ersten Weltkrieg wurden einige Techniken zur Ausbildung von BFH entwickelt. Die ersten BFH waren Deutsche Schäferhunde. Was erwarten wir von einem guten BFH: Jeder Hund hat seine eigenen Vor- und Nachteile. Der perfekte Hund (wie auch Mensch) wurde noch nicht geboren. Deshalb sollte man bei der Rasseauswahl immer die Vor- und Nachteile genau abwägen und dann entscheiden, welche Rasse die meisten für einen erwünschten Merkmale hat. Bei dieser Beratung sollte die BFH- Schule hilfreich zur Seite stehen. Für viele ist nach wie vor der Deutsche Schäferhund die Nummer Eins. Doch auch der Labrador wird aufgrund seines freundlichen Wesens immer beliebter. Interessanterweise wird heutzutage häufig der Labrador mit dem Golden Retriever gekreuzt. Heraus kommt ein mittelgroßes Tier, äußerlich aussehend wie ein Labrador, aber mit einem sanfteren Temperament. Das Wesen eines BFH ist das wichtigste Merkmal worauf es ankommt. Er muss freundlich und stabil sein, da er die meiste Zeit in verkehrsreichen Gebieten arbeiten muss. Aggressionen in jeglicher Form wären eine Katastrophe. Natürlich gibt es keinen Grund, warum ein BFH nicht auch an der Tür bellen sollte, solange der Besitzer in der Lage ist, ihn mittels Kommando zur Ruhe zu bringen. Unerlässlich ist außerdem die körperliche Gesundheit. Der Hund muss frei von erblichen Krankheiten sein. Das betrifft den Bewegungsapparat, das Herz-Kreislaufsystem und die Augen. Das alles wiederum erreicht man nur durch eine kontrollierte Zucht, einer guten Sozialisierung (von Geburt an), einer guten Ausbildung und einer tiergerechten Behandlung durch den späteren Besitzer. Am besten vergleicht man einen BFH mit einem gut ausgebildeten Familienhund. Es ist äußerst verführerisch den BFH in etwas zu verwandeln, was er gar nicht ist und deshalb zu viel von ihm zu erwarten, was er leisten könnte oder sollte. Denn trotz allem ist und bleibt er immer nur ein Tier. Im Dezember 2006 habe ich mich entschieden keine Blindenführhunde mehr auszubilden. Hunde werden unschuldig geboren. Sie werden das, was der Mensch aus ihnen macht. © Hunde Oase 2010